LFT in Hirschberg – Faszien, Wahrnehmung und Bewegung
LFT ist ein von Günther Röller entwickelter physiotherapeutischer Behandlungsansatz. Er ist aus langjähriger therapeutischer Erfahrung, osteopathisch geprägten Behandlungsmethoden und der fortlaufenden Auseinandersetzung mit Erkenntnissen der modernen Faszienforschung entstanden.
Dabei werden fasziale Spannungsmuster, Bewegung, Haltung, Atmung, Körperwahrnehmung und die aktuelle innere Verfassung nicht isoliert voneinander betrachtet. Im Mittelpunkt steht vielmehr ihr individuelles Zusammenspiel.
Was wir als „Verspannung“ wahrnehmen
Was als Verspannung empfunden wird, betrachten wir bei LFT nicht automatisch als ein isoliertes Muskelproblem. Der Muskel kann Teil des sicht- und fühlbaren Reaktionsmusters sein, wird jedoch nicht grundsätzlich als dessen alleinige Ursache verstanden.
Faszien sind ein lebendiges, wahrnehmungsfähiges Gewebe. Ihre Spannung und Beweglichkeit werden durch mechanische Belastungen, körperliche Reaktionen und biochemische Prozesse beeinflusst. Auch stressbezogene nervale, hormonelle und immunologische Signale können auf das Gewebe, die Körperwahrnehmung und das Bewegungsverhalten einwirken.
LFT betrachtet diese Zusammenhänge als Teil eines individuellen körperlichen Gesamtmusters.
Vegetative Selbstregulation unterstützen
Ein wichtiger Bestandteil von LFT sind osteopathisch geprägte manuelle Behandlungsmethoden. Sie werden genutzt, um fasziale Spannungs- und Bewegungsmuster anzusprechen und dem Organismus Impulse zu geben, die seine vegetative Selbstregulation unterstützen können.
Dabei achten wir auf körperliche Reaktionen wie Atmung, Gewebespannung, Wärmeempfinden, Unruhe oder zunehmende Entspannung. Die Behandlung folgt keinem starren Ablauf, sondern wird fortlaufend an die wahrnehmbaren Reaktionen und den individuellen Befund angepasst.
Ziel ist nicht, das vegetative Nervensystem gezielt „umzuschalten“, sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen der Organismus eigene Regulationsmöglichkeiten besser nutzen kann.
Innere Verfassung und körperliche Muster
Gedanken, Erwartungen und belastend erlebte emotionale Zustände – beispielsweise Angst, Trauer, Wut, Scham oder Schuldgefühle – können sich in Atmung, Haltung, Spannung und Bewegungsverhalten widerspiegeln. Umgekehrt können Veränderungen der körperlichen Wahrnehmung und Bewegung neue innere Reaktionsmöglichkeiten eröffnen.
Bei LFT wird die aktuelle innere Verfassung deshalb als möglicher Einflussfaktor berücksichtigt. Wahrnehmbare Reaktionen werden behutsam aufgegriffen, ohne Gefühle zu bewerten, vorzugeben oder inhaltlich zu analysieren.
LFT ist keine psychotherapeutische Behandlung. Im Mittelpunkt stehen körperliche Wahrnehmung, fasziale Spannungsmuster, Bewegung und die physiotherapeutische Begleitung.
Fasziale Entfaltung ermöglichen
LFT möchte Bedingungen schaffen, unter denen festgehaltene Spannungs- und Bewegungsmuster nachlassen und sich neue körperliche Möglichkeiten entwickeln können. Osteopathisch geprägte manuelle Impulse werden dabei mit Atmung, bewusster Wahrnehmung und individuell angeleiteter Bewegung verbunden.
Ähnliche Prinzipien finden sich auch in achtsamen Bewegungsformen wie Yoga oder Qigong. Bei LFT werden sie gezielt auf den individuellen Befund, die vegetative Reaktionslage und die persönlichen Bewegungsmuster abgestimmt.
Fasziale Entfaltung beschreibt dabei kein festgelegtes Ergebnis, sondern einen Prozess, in dem mehr Bewegungsfreiheit, eine differenziertere Körperwahrnehmung und neue Reaktionsmöglichkeiten entstehen können.
Wann LFT sinnvoll sein kann
• bei wiederkehrenden oder wechselnden Beschwerden des Bewegungsapparates
• bei ausgeprägten Spannungs- und Schutzmustern
• wenn Haltung, Atmung und Bewegung deutlich auf Belastungen reagieren
• wenn lokale Behandlungen bisher nur vorübergehend entlastet haben
• wenn körperliche Zusammenhänge bewusster wahrgenommen und verändert werden sollen
Behutsam begleitet und individuell abgestimmt
LFT folgt keinem standardisierten Ablauf. Ob dieser Behandlungsansatz für Ihre persönliche Situation geeignet sein kann, klären wir auf Grundlage eines physiotherapeutischen Befundes und im persönlichen Gespräch.
Die Behandlung wird individuell aufgebaut und kontinuierlich von einem festen Ansprechpartner begleitet. Wahrnehmbare Reaktionen und funktionelle Zusammenhänge erklären wir verständlich und stimmen das weitere Vorgehen gemeinsam mit Ihnen ab.